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Sport & Freizeit

Fliegend über den Hahnenkamm

Ein Flug über Kitzbühels Hausberg

Den Hahnenkamm hinunter führt im Winter eine der berühmtesten Skipisten der Welt, im Sommer ein viel begangener Wanderweg. Wer ihn an einem klaren Sommertag aus der Luft betrachten will, hat eine dritte Option: den Tandemflug.

Bevor es losgeht, übernimmt ein erfahrener Tandempilot die Einweisung – kurz, ruhig, routiniert. Der Tandemsitzgurt ist überraschend leicht anzulegen und sitzt bequem. Während der Pilot den rund 40 Quadratmeter großen Schirm sorgfältig auf der Wiese ausbreitet, sammeln sich rundherum die Zuschauer. Manche zücken das Handy, andere bleiben einfach stehen und schauen. Im Gesicht des einen oder anderen ist deutlich abzulesen: Tauschen würde er sofort.

Hoch über Kitzbühel

Auf Kommando des Piloten geht es los: ein paar schnelle Schritte den Hang hinunter, der Schirm zieht sich straff, fängt den Wind – und plötzlich tragen die Füße nichts mehr. So unspektakulär, so schnell ist das Abheben. Wenige Sekunden später liegt die Bergstation schon ein gutes Stück unter einem.

Heute ist die Thermik ideal – perfekte Bedingungen, um lange in der Luft zu bleiben. Für alle, die es noch nicht wissen: Thermik ist Aufwind, der entsteht, wenn die Sonne den Boden aufheizt und die warme Luft nach oben steigt. Genau diese unsichtbaren Säulen tragen den Schirm immer wieder höher, statt ihn einfach zu Tal gleiten zu lassen. Man schwebt wie schwerelos über dem Hahnenkamm, während sich die Landschaft in ihrer ganzen Pracht unter einem ausbreitet – ein Anblick, der einem die Sprache verschlägt. Kitzbühel liegt weit unten, winzig klein, und der Blick reicht bis an den Horizont.

Was viele überrascht: Der Wind fühlt sich da oben deutlich sanfter an, als man es vom Boden erwartet. Im Sommer kann man die Jacke meist getrost im Auto lassen – auch hoch über Kitzbühel bleibt es angenehm warm, die Sonne tut ihr Übriges. Man hört vor allem das leise Knarzen der Leinen und ab und zu ein Wort des Piloten im Rücken, sonst ist es erstaunlich still.

Dann kündigt er eine Rechtskurve an. Der Schirm legt sich zur Seite, der Horizont kippt weg, und für einen Moment meldet sich der Magen zu Wort – ein bisschen wie auf der Achterbahn, nur ohne Schienen. Wer mag, bekommt im Anschluss noch ein paar engere Kurven dazu. Für die Erinnerung sorgt der Selfiestick, den der Pilot in jeder Fluglage zückt: einmal von vorne, einmal von der Seite, einmal mit dem Talkessel im Hintergrund. Die Bilder gibt es nach der Landung gegen eine kleine Gebühr mit nach Hause.

Die Landung

Beim Anflug auf den Landeplatz – häufig die Mockingwiese – gibt der Pilot die letzte Anweisung: Füße ausgestreckt lassen, sitzen bleiben, mitarbeiten muss niemand. Der Schirm setzt überraschend sanft auf, ein paar Schritte zum Ausrollen, fertig. Während sich der Pilot bereits wieder auf den Weg zum Berg macht, wo schon der nächste Gast wartet, bleibt der eigene Puls noch eine Weile höher als üblich. Was bleibt, ist Dankbarkeit – und das Gefühl, Kitzbühel an diesem Tag aus einem Blickwinkel gesehen zu haben, den so schnell keiner vergisst.

Sicher in der Luft

So entspannt das Fliegen von außen aussieht – dahinter steckt eine lange und intensive Ausbildung. Bevor ein Tandempilot Gäste mitnehmen darf, muss er mehr als 200 Tandemflüge absolvieren und eine jahrelange Ausbildung durchlaufen. Wer hingegen nur für sich selbst fliegen möchte, kommt schneller in die Luft: Für den Paraglider-Schein genügen rund 40 Flüge plus die entsprechende Schulung. Die nächstgelegenen Flugschulen finden sich in Westendorf und Kössen. Tandemflüge werden übrigens das ganze Jahr über angeboten, im Sommer wie im Winter – die regelmäßige Wartung der Schirme läuft im Hintergrund ohne Pause.

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